Coaching-Ansatz: systemisch, lösungsorientiert, konstruktivistisch
Die Ausbildung zum Systemischen Business Coach (SBC)® basiert auf einem Coaching-Verständnis, das von drei Ansätzen geprägt ist. Systemisch, lösungsorientiert und konstruktivistisch – diese drei Perspektiven greifen ineinander und bilden das methodische Fundament, auf dem Sie in jeder Übungssitzung, jeder Supervision und jedem Mentorcoaching aufbauen. Kein Ansatz steht für sich, jeder erklärt einen anderen Ausschnitt der Wirklichkeit im Coaching.
Systemischer Ansatz: Der Mensch im Kontext
Als systemischer Coach betrachten Sie nicht nur Ihren Klienten, sondern auch sein soziales Umfeld – Kolleginnen und Kollegen, Vorgesetzte, Team, Familie. In den allermeisten Fällen beeinflussen sich Denken und Verhalten des Klienten und die Menschen um ihn herum wechselseitig. Um im Coaching wirklich nachhaltige Ergebnisse zu erreichen, ist es daher unerlässlich, das gesamte persönliche System des Klienten in den Blick zu nehmen. Nur so entstehen Lösungen, die auch dann tragen, wenn der Klient den Coaching-Raum verlässt.
Als systemisch arbeitender Coach verfügen Sie über verschiedene Methoden, dieses persönliche System sichtbar zu machen und neue Perspektiven anzuregen – etwa den Wechsel von der Haltung „weil mein Chef mich nicht fördert, bin ich nicht motiviert“ hin zu „weil ich nicht motiviert bin, fördert mich mein Chef nicht“. Bereits ein solcher Perspektivwechsel eröffnet in der Regel eine Vielzahl neuer Optionen.
Lösungsorientierter Ansatz: Fokus auf das, was tragen soll
Um ein Problem zu lösen, hilft es meist wenig, dessen Ursache aufwendig zu analysieren. Selbst wenn der Grund am Ende benannt ist, fehlt immer noch die Lösung. Abgesehen davon: Wer weiß schon mit Sicherheit, was die wirkliche Ursache ist? Genau hier setzt der lösungsorientierte Ansatz an.
Als lösungsorientiert arbeitender Coach verzichten Sie bewusst darauf, die Problemgeschichte des Klienten langwierig zu analysieren. Orientiert am Modell der lösungsfokussierten Beratung nach Steve de Shazer richtet sich das Coaching-Gespräch stattdessen auf das Positive, auf das Ziel und auf die Zukunft. Dieser Ansatz erleichtert eine Veränderung in die gewünschte Richtung ganz wesentlich. Er ist zugleich Ausdruck der Grundhaltung im Coaching, dass der Klient hinreichend kompetent ist, um mit Ihrer Unterstützung die Lösung für sein Anliegen selbst zu finden.
Konstruktivistischer Ansatz: Wirklichkeit ist konstruiert
Der dritte Ansatz im Coaching ist der konstruktivistische Ansatz. Er steht für die Haltung, dass jeder Mensch die Dinge und Ereignisse um sich herum interpretiert und bewertet und daraus seine eigene Weltsicht konstruiert. Diese Weltsicht wiederum bestimmt das Verhalten des Einzelnen.
Ausgehend von dieser Annahme sind Probleme oft der gescheiterte Versuch des Klienten, sich bestimmte Bedürfnisse oder Wünsche zu erfüllen – jedoch innerhalb einer wenig hilfreichen Interpretation der Wirklichkeit. Der Ausweg heißt: die Perspektive ändern. Genau dabei unterstützen Sie Ihren Klienten. Nachdem Sie zuerst seine Wirklichkeit uneingeschränkt anerkannt haben, erarbeiten Sie gemeinsam nützlichere Perspektiven, innerhalb derer sich das Problem auflösen kann.
Warum drei Ansätze und nicht einer?
Kein einzelner Ansatz erklärt alles, was im Coaching wirkt. Der systemische Ansatz macht sichtbar, in welchem Kontext ein Anliegen entsteht. Der lösungsorientierte Ansatz zeigt, wie sich Bewegung in Richtung Ziel erzeugen lässt. Der konstruktivistische Ansatz erinnert daran, dass Perspektiven veränderbar sind und dass jede Veränderung mit der Deutung der eigenen Wirklichkeit beginnt.
In der Coaching Ausbildung in München erleben Sie das Zusammenspiel dieser drei Ansätze nicht als abstrakte Theorie, sondern als tägliche Arbeitsgrundlage. Jede Übungssitzung, jedes Feedback und jede Supervision folgt dieser methodischen Klammer. Am Ende der Ausbildung haben Sie kein Set aus Werkzeugen, das Sie mechanisch anwenden – Sie haben eine Haltung, die trägt.
Häufige Fragen zum Coaching-Ansatz
Was bedeutet systemisches Coaching konkret?
Systemisches Coaching bezieht das Umfeld des Klienten aktiv in die Arbeit ein. Statt eine Situation isoliert zu betrachten, wird sichtbar gemacht, wie das Verhalten des Klienten und die Reaktionen der Menschen um ihn herum sich gegenseitig beeinflussen. Aus diesem Verständnis heraus entstehen Lösungen, die auch im Alltag tragen.
Woher kommt der lösungsorientierte Ansatz?
Der lösungsorientierte Ansatz geht auf Steve de Shazer und Insoo Kim Berg zurück, die in den 1980er Jahren das Modell der lösungsfokussierten Kurzzeittherapie entwickelt haben. Die zentrale Idee: Nicht die Analyse des Problems bringt Veränderung, sondern die Beschäftigung mit dem gewünschten Zielzustand und den Ressourcen, die dorthin führen.
Was heißt konstruktivistisch im Coaching?
Konstruktivistisch bedeutet, dass Wirklichkeit nicht als objektiv gegeben verstanden wird, sondern als vom Menschen aktiv konstruiert. Für das Coaching heißt das: Es gibt selten eine einzig richtige Sicht auf ein Anliegen. Perspektiven lassen sich verändern – und mit ihnen die Handlungsoptionen.
Widersprechen sich die drei Ansätze nicht?
Nein – sie beleuchten unterschiedliche Aspekte des gleichen Prozesses. Der systemische Ansatz beschreibt den Kontext, der lösungsorientierte Ansatz beschreibt die Richtung, der konstruktivistische Ansatz beschreibt die Grundhaltung zur Wirklichkeit. Zusammen ergeben sie ein tragfähiges methodisches Fundament für professionelles Business Coaching.
Werden diese Ansätze in der Ausbildung erklärt oder auch geübt?
Beides. Die drei Ansätze werden theoretisch fundiert und in jeder einzelnen Übungssitzung praktisch angewendet. Da in unserer Ausbildung ausschließlich mit echten Coaching-Anliegen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gearbeitet wird, entstehen sofort reale Coaching-Situationen, in denen der methodische Ansatz erlebbar wird.
Warum ist gerade dieser dreifache Ansatz sinnvoll?
Weil Coaching-Situationen selten eindimensional sind. Ein Klient kommt mit einem Konflikt im Team (systemisch), möchte einen Weg nach vorne finden (lösungsorientiert) und muss möglicherweise seine Bewertung der Situation überprüfen (konstruktivistisch). Ein methodischer Werkzeugkasten mit nur einer Perspektive wäre für die Realität moderner Coaching-Anliegen zu schmal.
Wo lerne ich diesen Coaching-Ansatz?
Der dreifache Coaching-Ansatz ist das methodische Fundament unserer Coaching Ausbildung in München. Er zieht sich durch alle vier Module – vom Grundlagenseminar über die Kernausbildung und den Zertifizierungskurs bis zur Zertifizierung. Einen ersten Einblick erhalten Sie in unseren Infoabenden zur Coaching Ausbildung.
Alle Module der Coaching Ausbildung im Überblick
Stufe 1: 3 Tage
Im Grundlagenseminar lernen Sie innerhalb von drei Tagen die Grundzüge des Systemischen Business Coachings kennen und üben erste Coaching-Techniken.
Ihr Nutzen:
Nach Abschluss des Grundlagenseminares können Sie bereits erste Coaching-Sitzungen strukturiert durchführen. Sie haben außerdem nochmals die Gelegenheit, zu prüfen, in wie weit die Ausbildung Ihren Zielen und Vorstellungen entspricht.
Stufe 2: 11 Tage
Die Kernausbildung macht Sie mit den häufigsten Themen vertraut, die Ihnen als Business Coach im Berufsalltag begegnen werden. Außerdem erlernen Sie die zentralen Techniken für ein erfolgreiches Business Coaching. Die Kernausbildung ist untergliedert in drei Bausteine mit jeweils drei Tagen Dauer; hinzu kommen zwei Tage Praxis-Supervision.
Ihr Nutzen:
Nach Abschluss der Kernausbildung beherrschen Sie die wichtigsten Methoden und Techniken für gängige Themen im Business-Coaching.
Stufe 3: 11 Tage
Im Zertifizierungskurs trainieren und vertiefen Sie das Durchführen und Steuern eines Coaching-Prozesses über alle Phasen hinweg. Außerdem lernen Sie, anhand welcher Kriterien Coaching bewertet wird. Damit sind Sie bereits auf der Zielgeraden auf Ihrem Weg zum professionellen Business Coach.
Ihr Nutzen:
Nach Abschluss des Zertifizierungskurses sind Sie bestens vorbereitet für anspruchsvolle Coaching-Aufgaben. Dank zahlreicher Praxiseinheiten verfügen Sie bereits über beachtliche eigene Coaching-Erfahrung. Sie kennen Ihre besonderen Stärken als Business Coach und sind bestens vorbereitet für Ihre Zertifizierung.
Stufe 4: 1 Tag
Ihre Ausbildung schließt mit Ihrer Zertifizierung zum Systemischen Business Coach (SBC)®. Voraussetzung ist das erfolgreiche Bestehen einer praktischen Prüfung, die Sie an diesem Tag ablegen.
Die Zertifizierung findet etwa zehn bis zwölf Wochen nach Ende des Z3 statt. Ihre praktische Prüfung besteht aus einem 40 Minuten dauernden Live-Coaching vor der Prüfungskommission. Zeitgleich mit Ihrer Abschlussprüfung haben Sie die Möglichkeit, das Zertifikat des Deutschen Verbands für Coaching und Training (dvct) zu erwerben.
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Heike Vetter & Dunja Bezuk
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